Focusing

… beginnt damit, dass wir uns Freiraum schaffen für eine achtsame, wohlwollende Grundhaltung dem eigenen inneren Erleben gegenüber.

Oft wird dann eine – vielleicht zunächst unklare – innere Berührung erlebbar, die wir ganz frisch und neu erkunden können.

Nehmen wir dieses körperliche Erleben bewusst, wohlwollend und ein wenig neugierig wahr, kann uns die augenblickliche Situation überraschende Bedeutungen zeigen und neue Wahrnehmungsräume eröffnen.

Es entstehen dann frische Bewegungs- oder Handlungsimpulse, die oft zu einer größeren inneren Klarheit führen, bisweilen zu einer Art Aha-Erlebnis. Focusing hilft uns dabei, aufmerksam und achtsam im Jetzt zu sein – und den Kontakt zum eigenen Wesenskern, sowie zum Kontext, zur Situation als Ganzes wieder aufzunehmen.

Focusing wurde in den 1960er Jahren von dem Philosophen und Psychotherapeuten Eugene T. Gendlin (1926-2017) begründet und von ihm und seinen Schülern bis heute weiter entwickelt. Focusing hat seine Wurzeln in der humanistischen Philosophie und Psychologie.

Ein zentrales Element der Methode ist der von Gendlin beschriebene und erforschte „Felt Sense“ – zu deutsch etwa: die „körperlich spürbare Bedeutung“ – eine Form von innerer Berührung, von „Bauchgefühl“ oder eine Art inneren Wissens – eine Gewissheit.
Der Felt Sense wird auch in später entwickelten, dem Focusing verwandten, achtsamen Methoden genutzt – z.B. in Peter Levines Methode zur Trauma-Lösung: „Somatic Experiencing“, in der Craniosacralen Biodynamik und auch in Systemischen Aufstellungen.
Ein weiteres wesentliches Focusing-Element ist der oben beschriebene Freiraum. Damit meinte Gendlin den stimmigen Abstand zwischen dem (wahrnehmenden) Ich und seinem (inneren) Erleben. Freiraum bedeutet damit auch, dass das wahrnehmende und handelnde Ich sich zu seinem Erleben in Beziehung setzt. „Freiraum-Schaffen“ („Clearing a space“) gilt als der erste von sechs Übungsschritten aus dem Focusing.

FOCUSING-ANWENDUNG

• für die Gesundheit (Stressverwandlung, körperliches Wohlfühlen)
• als Präventionsangebot für Körper, Seele, Geist
• zur sprachlichen Begleitung von Körper-Prozessen
• in Beratung, Coaching und Supervision
• zur Schmerzverwandlung und Traumalösung (Somatic Experiencing)
• in der spirituellen Praxis (Meditation, Seelsorge)
• für innere Klarheit und stimmige Ausrichtung
• für kreatives Denken und in der künstlerischen Arbeit
• für lebendige, authentische Beziehungen
• zur Planung und Entscheidungsfindung

KOSTEN
Eine Focusing-Begleitung dauert in der Regel rund 60 Minuten und kostet dann 80 Euro.

Info-Blatt zu Focusing (PDF, 32kb)

Meine FACHARTIKEL zur Focusing-Methode:

• Präsent sein und bleiben – Mit Focusing Freiraum schaffen, in: physiopraxis, Georg Thieme Verlag, 7-8/2014 (PDF, 153 kb)
• Tonglen, auf dem Atem reiten … – Ein Interview über die Verbindung von Tonglen und Focusing, in: FocusingJournal Nr. 34, Mai 2015 (PDF, 136kb)
• Berührung braucht Raum – Wie wir Freiraum für die Physiotherapie nutzen können in: FocusingJournal Nr. 29/November 2012 (PDF, 89 kb

ZERTIFIZIERUNG
Im Juli 2013 wurde ich als Focusing-Therapeutin (DAF) anerkannt – aufgrund meines Studiums von 1020 Unterrichtsstunden Aus- und Weiterbildung bei renommierten Focusing-Dozent*innen, Supervision und Selbsterfahrung.

WOZU FOCUSING?
Meine Focusing-Angebote dienen der Unterstützung des Lebendigen und Gesunden. Sie können physio- und psychotherapeutische oder ärztliche Behandlungen nicht ersetzen, allerdings wunderbar ergänzen!

FOCUSING JOURNAL • Kultur der Achtsamkeit
Aktuelles Heft 43, November
2019PDF zum Download
Das FocusingJournal erscheint zweimal im Jahr.
INHALT dieser Ausgabe:
• Interview
mit Gene Gendlin über sein Jüdisch-Sein, Teil I (Ruth Rosenblum und Lynn Preston)
• Instruktion, dass Instruktionen nicht befolgt werden müssen (Gene Gendlin)
Spiritualität. Psychotherapie. Politisches Engagement. (Hans Neidhardt)
• Mit Focusing in die Berge (Michael Schneider)
• Focusing allein – mit Fotokarten (Sabine Heumann) •